Bayerfeld-Steckweiler: Bauherren mit Fantasie und Arbeitswille

Bayerfeld-Steckweiler

Links im Bild der Ortsteil Steckweiler, rechts ist Bayerfeld zu sehen. (Foto: Schifferstein)

VON JOERG SCHIFFERSTEIN

Wer nach einem überaus günstigen Bauplatz sucht, der ist bei Ortsbürgermeister Wolfgang Kraus in Bayerfeld-Steckweiler an der richtigen Stelle. Fünf Bauplätze für 25 Euro je Quadratmeter bietet die Gemeinde potenziellen Bauherren an, die bereit sind auch etwas Arbeit zu investieren.

„Unser Baugebiet Am Bornbrunnen gibt es schon ein Weile. Die vom Hang abgewandte Seite des Areals ist  komplett bebaut. Die verbliebenen  fünf Bauplätze in südöstlicher Lage sind alle so angelegt, dass vom Bauherrn ein Einschnitt ins Gelände vorgenommen werden muss. Hier ist Fantasie der Architekten gefragt. Wer sich ein besonderes Haus bauen will, ist aber genau richtig“, wirbt Kraus für die fünf Areale. „Wir wollen nur unsere Erschließungskosten decken und neue Bürger für die Gemeinde gewinnen“, betont der Ortsbürgermeister.

Ein neues Baugebiet hat der Gemeinderat nicht in Planung, das war bislang nicht gewünscht. „Die Aufgaben zur Entwicklung unseres Orts  sehen wir in der Erneuerung und Erhaltung der alten Ortskerne“, sagt Kraus, der als Ortsbürgermeister zwar nur einer kleinen Bürgerschaft vorsteht, die allerdings auf drei Hauptortsteile und zwei Annexen verteilt leben. „In Bayerfeld-Steckweiler in der Tallage entlang der Alsenz leben 334 Einwohner, 85 auf den  Höfen, Schmalfelderhof (57), Bremrischerhof (12) und auf dem Stolzenbergerhof (16). Unsere Gemeinde ist bei der Kommunalreform 1969 als Verwaltungseinheit entstanden“, blickt Kraus zurück. Durch die räumliche Trennung ergeben sich verschiedene Besonderheiten. Zum Beispiel, dass  in normalen Jahren ohne Corona-Krise zwei Mal Kerwe gefeiert wird. Einmal am zweiten Sonntag im August im Hauptort und am vierten Septemberwochenende noch auf dem Schmalfelderhof.

 

Bürgermeister Wolfgang  Kraus

Bürgermeister
Wolfgang 
Kraus
Foto: jös


Dort gibt es zudem eine sehr gut funktionierende Hofgemeinschaft, die sich selbst organisiert und eigene Veranstaltungen in ihrem Bürgerhaus auf die Beine stellt. „Die Gemeinde hat dem Verein der Hofgemeinschaft das Gebäude überlassen unter der Maßgabe, dass die Nebenkosten getragen werden. Das klappt sehr gut und entlastet die Gemeinde enorm.“ Auch die benachbarte Grillhütte werde regelmäßig genutzt und ziehe Gruppen aus der Umgebung an. Geprägt waren die Annexen früher durch landwirtschaftliche Betriebe, heute gibt es im gesamten Ort nur noch vier Vollerwerbslandwirte und daneben  einzelne Nebenerwerbsbetriebe.

 

In Bayerfeld-Steckweiler ist die Hofgemeinschaft der Hauptmotor des örtlichen Lebens.


Bekannt ist der Ort durch einen Hersteller von Aquaristik-Zubehör, der mehrere Arbeitsplätze bietet. Auch ein Landschaftsgärtner ist im Ort ansässig. Außerdem lockt örtliche Pizzeria Gäste aus dem gesamten Umfeld an. Die meisten Einwohner pendeln zum Arbeiten zu größeren Industriebetrieben in Rockenhausen, Kirchheimbolanden oder Kaiserslautern.

Etwas Bewegung ist ins Vereinsleben gekommen, freut sich Kraus. 2019 wurde ein neuer Karnevalsverein gegründet, der eine erste Prunksitzung auf die Beine gestellt hat. „Es treffen sich wieder regelmäßig Menschen im Bürgerhaus, das freut mich, auch wenn Corona-bedingt jetzt schon  Zwangspause ist“, so Kraus.

Ansonsten ist die Hofgemeinschaft der Hauptmotor des örtlichen Lebens. „Viele Angebote werden in den Nachbargemeinden angenommen, die jungen Leute aus dem Ort  weichen aus. Wer bei uns lebt, ist meisten mobil und gesellschaftlich außerhalb engagiert“, sagt Kraus. „Im Bürgerhaus könnten wir mehr  anbieten, wenn sich wieder Leute zusammenfinden würden“, so der Ortsbürgermeister.

 

Die Serie

Im Pfalz-Plan stellen wir wöchentlich in loser Reihenfolge Städte und Gemeinden in der Pfalz vor.

 

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