Hausweiler: Landleben im kleinsten Dorf im Kreis Kusel

Überschaubar: Hausweiler. Im Vordergrund die Grillhütte, der Lieblingsplatz von Ortsbürgermeister Wolfgang Maurer. Foto:Sayer



VON KLAUDIA GILCHER


24 Häuser und 44 Einwohner in einem schmalen Tal,  einen Kilometer von der Bundesstraße  270 entfernt und drei vom Städtchen Lauterecken. Dazu  Ackerland, Weiden und Wald auf 90 Prozent der Gemarkung. Es gibt offenbar wieder mehr Menschen, die diese Art des Landlebens im ganz Kleinen lieben. Zumindest steht in Hausweiler  nur ein Haus leer – aber eigentlich auch nicht  richtig.

Die Wohnungen sind nicht klein im kleinsten  Dorf des Landkreises Kusel. Die 24 Häuser von Hausweiler bieten 33 Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 88 und 129 Quadratmetern, so die Angaben des Statistischen Landesamts.  Das Problem: „Früher lebten mehrere Generationen im Haus“, sagt Ortsbürgermeister Wolfgang Maurer. Bei ihm, einer „Hausweilerer Hausgeburt“, ist das noch so, doch „eine komplette Generation ist fast vollständig  weggezogen. Die  Häuser sind geblieben, die Einwohner  fehlen.“ Unter 20 Jahre alt sind derzeit sechs Hausweilerer, die Mehrzahl liegt in der Altersgruppe  zwischen 50 und 64. Klein war Hausweiler  zwar schon immer, eine Kirche und eine Schule konnte das 1347 zum ersten Mal erwähnte Dorf nie sein Eigen nennen. Aber vor 15 Jahren lebten doch  noch 78 Menschen im Ort.

 Mit den jungen Einwohnern ging auch der  Nachwuchs für  Vereine verloren. Feuerwehr, Fußball – „aus Altersgründen“ sei das Engagement eingeschlafen, sagt Maurer. „Einen Spielplatz haben wir auch nicht, eine Schaukel und einen Sandkasten hat  jeder, der sie braucht, bei sich  im Garten.“ Immerhin: Am 1. Mai und am 3. Oktober geht es hoch her  am Grillplatz am Dorfgemeinschaftshaus, die beide gemietet werden können. Außerdem habe sich während der Pandemie spontan eine Musikgruppe entschlossen, immer mal wieder in einem Garten zu proben. „Das hört sich ganz gut an“, sagt Maurer.


Vergleichweise günstige Verkaufpreise und schnelles Internet in Hausweiler

Es gibt noch mehr gute Nachrichten. Ganz langsam scheine sich der Trend hin zum Ballungsraum umzukehren. Hausweiler sei sogar international geworden. „Deutschland, Norwegen, Mexiko, Rumänien und Tunesien“, zählt Maurer die Nationalitäten auf, die eine neue Heimat im Ort gefunden haben. „Nicht schlecht für so ein kleines Dorf, oder?“, findet der  56-Jährige. Und: Mehrere der großen Häuser seien verkauft worden an Familien mit Kindern. Vergleichsweise günstige Kaufpreise und das nach dem jüngsten Ausbau schnelle Internet sorgen für Konkurrenzfähigkeit am Markt. „Homeoffice-tauglich ist es hier“, sagt Maurer. Nur noch ein Haus stehe derzeit leer – „aber eigentlich auch nicht so richtig“. Die Mieter seien zwar altersbedingt ausgezogen, aber der Eigentümer, der auswärts lebt und arbeitet,  überlege noch, ob er verkaufe oder das Anwesen  behalte. „Anfragen gab es schon, Bedarf ist da“, erzählt Mauer. 

Er  betont aber, dass man ein Leben in  einem Dorf, in dem jeder jeden kenne, natürlich wollen müsse. „Nicht jeder ist dafür geeignet.“ Linienbusse und Ruftaxi fahren ins benachbarte Lauterecken mit seinen Ärzten, den Schulen, Geschäften, Kultur- und Sportangeboten. Auch der Nahverkehrsbahnhof der Strecke nach Kaiserslautern liegt dort. Richtung Rhein-Main-Gebiet geht es ab dem Bahnhof Bad Sobernheim. Außerdem fährt  ein Bürgerbus innerhalb der Verbandsgemeinde. Einen Grundbedarf an Lebensmitteln decken Verkaufsfahrzeuge ab, und, so sagt es Maurer, „die Nachbarschaftshilfe funktioniert auch. Man bringt sich gegenseitig gern etwas mit“. Dennoch: Ein Auto zu besitzen, sei Voraussetzung fürs Leben im Dorf. Dann lassen sich die Kreisstadt Kusel sowie  Idar-Oberstein, Bad Kreuznach und Kaiserslautern flexibel erreichen, in 30 bis 45 Minuten Fahrzeit, so der 56-Jährige.  So lange dauert es auch bis zu den verschiedenen Autobahnanschlussstellen der Region. 

Die Zahl der Gebäude in Hausweiler wird  übrigens wohl noch eine Weile konstant bleiben. Die Gemeinde kann  von der hügeligen Topographie her keine Bauplätze ausweisen. Private Lücken gibt es noch.  „Zwei, drei Bauplätze wären möglich“, findet Mauer. „Aber da ist nichts konkret.“

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